Stauraum im Tiny House – Wohin mit all meinem Zeug?

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Unseren Besitz verstauen wir in Schränken und Regalen. Hängend, stehend, liegend. In Kisten oder lose unter dem Bett. Wenn der Stauraum wieder zu knapp wird, kaufen wir ein neues Regal für Bücher, einen zweiten Kleiderschrank, ein Beistell-Regal für die Küche – natürlich auf Rollen, da wir in der Küche sowieso zu wenig Platz haben, um uns frei zu bewegen. Doch wie sieht es mit Stauraum im Tiny House aus? Wie können wir all unser Zeug in einem Tiny House unter bekommen?

Je weniger wir uns mit Dingen umgeben, desto einfacher ist es uns um sie zu kümmern, sie zu verstauen und ihnen die Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die sie verdienen. Selbst nachdem wir bereits seit einem Jahr im Tiny House wohnen, begegnen uns immer wieder Dinge, bei denen es fragwürdig ist, ob sie einen Platz ins unseren Leben einnehmen sollen.

Der Prozess sich von seinem überflüssigen Besitz zu trennen, ist keine einmalige Aufgabe. Wir verändern uns. Und mit uns die Bedürfnisse, die wir haben. Das ändert natürlich auch die benötigten Dinge. Vieles wird uns auch erst bewusst, wenn wir die darüber liegenden Dinge beiseite schaffen.

Wenn du ins Tiny House ziehst, wirst du vieles loslassen, was keine Bedeutung mehr für dich hat. Du wirst feststellen, dass du deutlich weniger Platz für Stauraum benötigst, wenn du nur noch deine Lieblingsstücke und die Dinge des täglichen Gebrauchs besitzt.

Regale

Dinge des täglichen Gebrauchs können auch besondere Dinge sein, die du sehr schön findest, oder mit denen du ein Ereignis oder eine Person verbindest. Diese Dinge bereiten dir Freude, wenn du sie siehst. Warum solltest du diese Dinge und die, die du sowieso ständig benutzt, hinter Türen weg sperren? Ist es nicht sinniger sie dir offen zu präsentieren?

Dinge, die du in Regalen lagerst sind leichter zugänglich und du öffnest nicht erst die falsche Türe, um an den Gegenstand deiner Begierde zu gelangen.

Unsere Bücher schauen wir ebenso gerne an wie unser Geschirr. Seit wir nur noch unsere Lieblingsstücke in der passenden Anzahl besitzen, sind sogar Töpfe und Pfannen ansehnlich. Auch gibt es eine Stapelorgien mehr, wie wir sie aus unseren alten Küchenschränken kennen. Trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Linsen, Hirse und Erbsen sehen in durchsichtigen Gläsern nebeneinander stehend sogar wie Kunst aus.

Dadurch, dass wir nicht mehr aus jedem Regal einen Schrank machen, sparen wir, durch das weglassen von den vielen Türen, sogar ein wenig Gewicht.

Einbauschränke

Eine einfache Möglichkeit ist es sicher sich Einbauschränke im Möbelhaus deiner Wahl zu kaufen. Sie sind einfach zu montieren, wir sind darauf konditioniert ihren Anblick als gewissen Standard anzusehen und du kannst deine Dinge einfach hinter den Türen wegschließen. Auf Youtube findest du unzählige Beispiele für solche Innenausbauten von Tiny Houses.

Achtung: Tiefe Schränke nehmen dir den Platz im Haus. Es besteht die Gefahr, dass du Dinge in zweiter Reihe lagerst, die du eigentlich nicht mehr brauchst. Das gleiche gilt natürlich auch für zu tiefe Regale oder eine zu breite Treppe.

Mehrfachnutzung für mehr Stauraum

Ein Stuhl muss nicht nur ein Stuhl sein und eine Treppe kann mehr Funktionen erfüllen, als das einfache Wechseln der verschiedenen Wohnebenen zu ermöglichen. Oftmals kannst du in Dinge, die du täglich nutzt noch zusätzlichen Stauraum einbauen.

Hier findest du Anregungen, wo sich zusätzlich Stauraum einbauen lässt:

  • Raum unter der Treppe
  • Podest, das zum Beipsiel als Wohnzimmerbereich genutzt wird
  • fest eingebaute Sitzbänke
  • Sitzwürfel
  • Raum unter dem Trailer
  • Schublade unter einem Tisch
  • Rückwand eines Tisches, der direkt an der Wand steht
  • Hängeflächen an Wänden und Türen
  • Regale an hohen Orten, wie etwa ein den Wohnbereich umgebendes Bücherregal

Wenn du die Arbeitsfläche in der Küche von den üblichen 90 cm auf 1 m erhöhst, schaffst du 10 cm mehr Stauraum. Das würden wir dir aber nur raten, wenn du groß genug dazu bist. Sonst wird die Arbeitsfläche für dich unbenutzbar, zumindest, wenn du ohne Hocker daran arbeiten möchtest.

Ein Platz für alles und alles an seinem Platz

Ausreichend Stauraum ist notwendig, dass du von deinem Besitz nicht daran gehindert wirst dich frei im Tiny House zu bewegen.

Wenn du immer alles wieder an seinen Platz räumst, entstehen eventuelle Stolperfallen und Engstellen im Tiny House erst gar nicht. Um eine Routine zu schaffen hat uns immer wieder dieser Merksatz geholfen: Ein Platz für alles und alles an seinem Platz. Das bedeutet, dass jeder Gegenstand genau einen Ort erhält, an den er geräumt wird und wir ihn immer wieder an diesen Ort räumen, wenn wir ihn benutzt haben.

Wenn man zu mehreren lebt, egal ob im Tiny House, einer Jurte, einer Wohnung oder einem großen Haus hilft diese einfache Regel unheimlich dabei sinnloses Suchen zu vermeiden. Schließlich weißt du direkt wo sich der Gegenstand befindet. Und wenn er nicht an seinem Platz ist, ist er in Benutzung.

Es gibt aber auch ganz viele Dinge, die wir täglich häufiger verwenden, quasi mit uns herum tragen und sie immer wieder ablegen – wie etwa Bücher, Brille oder Teetassen – oder Dinge, die wir nur kurz um uns haben, wie unerledigte Post. Für diese Dinge lohnt es sich offene Ablageflächen zu schaffen, damit du jederzeit einen Ort findest, um deine Hände frei zu bekommen und die Dinge nicht „aus den Augen aus dem Sinn“ verschwinden.

Wie gehst du mit der Stauraumfrage um? Magst du lieber Schränke oder Regale? Oder vielleicht sogar noch lieber schöne, alte Truhen? Welche tollen Staumöglichkeiten kennst du, die wir hier nicht aufgelistet haben? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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