Warum entrümpeln wie Artischocken essen ist

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Es ist wieder einmal soweit. Ich spüre den Drang mich von weiterem Ballast zu trennen. Seit Wochen herrschte ein Zustand der Zufriedenheit zwischen mir und den Dingen, die mich umgeben.

Jetzt frage ich mich, wie ich das alles beim letzten Ausrümpeln übersehen konnte. Gerade war ich an einem Punkt angelangt, wo ich glaubte, dass ich nur noch die Dinge besitze, ohne die ich nicht auskomme. Und plötzlich tauchen sie wieder überall auf: Dinge, die ich nicht mehr ein meinem Leben brauche.

Doch warum ist das so?

Wenn Daniel von Wellen schreibt, kommt mir das Bild von sanften Wogen in den Sinn, die am Strand eine Sandburg abtragen. Stück für Stück – und mit jedem Anlauf wird ein tieferes Areal frei gelegt. Die nächste Welle holt sich das, was an der Oberfläche liegt.

Täglich müllen wir uns mit Dingen zu und legen diese über unseren wahren Kern. Kannst du noch dein Inneres sehen, bei all den Ablenkungen, die das moderne Leben bereit hält?

Siehst du deine Bedürfnisse noch klar vor dir?

Wenn wir beginnen unsere Leben zu entrümpeln, sehen wir immer nur die Oberfläche. Sobald wir unnötigen Ballast abgeworfen haben, hat sich diese Oberfläche geändert.

Neues wird sichtbar und drängt sich in unser Bewusstsein.

Und was hat entrümpeln mit Artischocken zu tun?

Wenn ich eine Artischocke esse, so muss ich mich erst durch die harten Blätter kämpfen. Sie sind wenig ergiebig und mühevoll. Aber sie sind wichtig. Die sind wie ein Schutz für die darunter liegenden Schichten.

Und ich weiß, dass die Mühe mit der Zeit abnimmt, je weiter ich voranschreite. Mit jeder Schicht wird es leichter und genüsslicher die Artischocke zu essen. Bald sind die Blätter so weich, dass sie auf der Zunge zergehen.

Am Ende der Reise liegt das Herz offen vor uns. Ein Hochgenuss, ausharren, Wohlgefühl, Belohnung.

Der Kern dessen, was uns glücklich macht ist so klein und schwer zu finden. Doch wenn wir auf ihn stoßen, bewirkt er großes in unserem Leben.

Die nächste Artischocke liegt bereit. Welchen Bereich deines Lebens möchtest du als nächstes entrümpeln?

 

Beitragsbild © Albedo  / PIXELIO

4 Kommentare zu “Warum entrümpeln wie Artischocken essen ist

  1. Hallo ihr lieben zwei,
    Ich heiße Ruth,36 , verheiratet und Mama einer fast 14 jährigen Teenager tochter. Wir leben in Ertingen einer Gemeinde nahe dem Bussen im Landkreis Biberach. Wir wohnen in einem kleinen Einfamilienhaus und ich würde auch kleiner wohnen wollen. Ohne Fernseher. Ich arbeite nicht da ich in den Tätigkeiten vorher nicht glücklich war. Ich schreibe gerne konnte dies noch nicht beruflich machen. Wir wollen reduzierter und erfüllter leben. Entrümpeln. Innen und aussen. Ich bilde mich mit Büchern weiter. Darf man euch besuchen? Ich finde Jurten und Tiny Häuser toll. Auch in einem Haus kann ich so leben. Nur ich suche noch nach dem wie. Welches Waschmittel verwendet ihr? Liebste grüße ihr seid so wunderbar. Ruth

    1. Liebe Ruth,

      wir sind sehr dankbar für Deine Worte.

      Leider sind wir gerade ein wenig in Aufbruchstimmung und gar nicht mehr auf Besuch eingestellt. Davon brauchen wir nach den letzten zwei Monaten auch echt ein wenig Pause.

      Unser Waschmittel machen wir selbst: 150 g Waschsoda, 150 g Natron, 100g Kernseife.

      Wir hoffen sehr, dass Du Dich nicht von Deinem Weg abbringen lässt.

      Alles Liebe
      Kaya & Marco <3

  2. Ihr zwei seid super. Wo wohnt ihr und darf man euch mal besuchen oder wollt ihr das nicht. Ich suche Menschen die einen alternativen Lebensweg und Stil haben um von ihnen zu lernen. Grüsse

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